Enuresis
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Enuresis (das Einnässen) ist der allgemeine Fachbegriff für das unfreiwillige Verlieren von Urin in der Nacht (nocturna) oder am Tag (diurna), kommt sowohl bei Kindern, wie auch bei Erwachsenen vor.
Bei Kinder spricht man erst nach dem fünften Lebensjahr von Bettnässen. Kinder die vorher nachts einnässen, sind nicht ungewöhnlich, medizinisch wird eine Behandlung als nicht notwendig angesehen. Mediziner sprechen von Bettnässen, wenn der Betroffene mindestens zweimal in der Woche nachts einnässt.
Die Enuresis wird allgemein unterschieden in die primäre und sekundäre Form:
- Bei der primären Enuresis war der Betroffene nach seinem fünften Lebensjahr nie länger als 6 Monate nachts trocken.--> meist eine unkomplizierte Entwicklungsverzögerung
- Eine sekundäre Enuresis ist dann gegeben, wenn ein Kind bereits länger als 6 Monate trocken war und dann wieder einzunässen beginnt.--> sind oft seelische Ursachen
Enuresis ist nicht zu verwechseln mit Inkontinenz. Bei der Inkontinenz liegt eine meist organische Ursache vor, die bei der Enuresis nicht ermittelt werden kann.
Kinder ab ca. 5 Jahren und Erwachsene, die schon immer an Enuresis leiden, oder bei denen wieder eine Form der Enuresis aufgetreten ist, sollten AUF JEDEN FALL einen Arzt aufsuchen und sich untersuchen und gegebenenfalls behandeln lassen.
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[Bearbeiten] In Zahlen
Das Bettnässen taucht häufiger auf als man glaubt:
- bei ca. 14,5 Prozent aller fünfjährigen
- bei ca. 8,5 Prozent aller zehnjährigen
- bei ca. 2,5 Prozent aller fünfzehnjährigen
- und bei ca. 1-2 Prozent der Erwachsenen
von Bettnässen (Enuresis) sind Jungs häufiger betroffen als Mädels.
[Bearbeiten] Ursachen bei...
[Bearbeiten] sekundärer Enuresis:
- Umgebungswechsel (Umzug)
- Änderung von gewohnten Routineabläufen (kein nächtliches Kuscheln mehr, oder der Wegfall des Schnullers)
- Wegfall von Bezugspersonen, etwa durch Todesfälle, schwere Erkrankungen, Haftstrafen, "Fahnenflucht" im engeren Umkreis des Kindes
- Geburt eines weiteren Kindes (Eifersucht), besonders wenn das Neugeborene z.B. behindert ist, und sehr viel Zeit der Eltern in Anspruch nimmt.
- Innerfamiliäre Probleme (Scheidung, Streit, Schläge (auch zwischen den Eltern, oder wenn Geschwister geschlagen werden) u.s.w.)
- Stress (Schulstress, Überforderung (der Eltern oder eigene) am Arbeitsplatz, Geldsorgen u.s.w.)
[Bearbeiten] primärer Enuresis:
- Tiefer, fester Schlaf, in Verbindung mit einer zu geringen Blasenkapazität und/oder das Fehlen bzw. die zu geringe Produktion eines Hormons, welches Nachts die Urinproduktion herabsetzt.
- Funktionelle Störungen der Blasenkontrolle.
- Angeborene Fehlbildungen der Blase und des Schließmuskels.
[Bearbeiten] Diagnostik
Nach einem ausführlichen Gespräch (Anamnese), welches sowohl die Beschwerden als auch die generelle Entwicklung des Patienten beinhaltet erfolgt eine generelle körperliche Untersuchung. Es wird für mindestens 2 x 24 Stunden ein Protokoll geführt in welchem genau über das Trinken und die Miktion Buch geführt wird, sowohl Uhrzeit als auch Menge werden notiert. Des weiteren wird der Urin untersucht und eine Ultraschalluntersuchung von Blase und Harnwegen durchgeführt. Weitere urologische und elektrophysiologische Abklärung ist möglich.
[Bearbeiten] Therapie / Behandlung
Aufgrund des hohen Leidensdruckes der Störung und der möglichen darauf folgenden Verhaltensprobleme sollte nicht abgewartet werden, bis das Einnässen sich spontan zurückbildet. Die Behandlung orientiert sich dabei immer an der Art der Enuresis.
Eine Erfolgsversprechende Therapie ist der Einsatz einer Klingelhose. Ein Weckgerät, welches auf Flüssigkeit reagiert und den Betroffenen beim Einnässen wecken soll.
In vielen Fällen kann dem Kind mit Medikamenten geholfen werden. Sind für das Einnässen erlernte Zurückhaltestrategien (Miktionsaufschub) verantwortlich, ist eine Verhaltenstherapie sinnvoll. Bei einer angeeigneten Entleerungsstörung der Blase (Detrusor-Sphinkter-Dyskoordination) empfiehlt der deutsche Berufsverband der Ärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie Biofeedback-Methoden als besonders effektiv.
Um Bettnässen zu therapieren, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Zunächst einmal sollten Eltern auf regelmäßiges Trinken und Zur-Toilette-Gehen achten. Belohnungen können das Kind anspornen, trocken zu werden.
Kommt Einnässen tags und nachts vor, so wird die tagsüber bestehende Problematik vorrangig behandelt -> Teilnahme am Gesellschaftsleben.
[Bearbeiten] Weblinks
Adult Babys • Adult Children • Diaper Lover • Bettnässer • Inkontinente • Teen Babys