Harninkontinenz
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Harninkontinenz ist die Unfähigkeit die Ausscheidung von Urin willkürlich zu kontrollieren. Dies kann ein Spektrum von gelegentlichem Durchsickern minimaler Harnmengen bis zum vollständigen Kontrollverlust beinhalten.
Die zwei häufigsten Arten der Harninkontinenz sind:
- Stressinkontinenz (oder auch Druckinkontinenz) - tritt während bestimmter Tätigkeiten wie Husten, Niesen, Lachen oder körperlicher Anstrengung auf.
- Dranginkontinenz - bezeichnet eine starke, plötzliche Notwendigkeit zu urinieren mit ein, welche von einer sofortigen Blasenkontraktion gefolgt wird und somit einem unfreiwilligen Verlust des Urins. Betroffene haben nicht genügend Zeit zwischen Erkennen des Harndrangs und dem eigentlichen Wasserlassen.
Darm- oder Stuhlinkontinenz ist ein damit nur in wenigen Fällen zusammenhängendes Erkrankungsbild, das die Unfähigkeit den Stuhlgang zu kontrollieren beinhaltet.
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[Bearbeiten] Allgemeines
Harninkontinenz tritt am häufigsten bei älteren Personen auf. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.
Kinder gelten bis zum Alter von etwa 6 Jahren nicht als inkontinent sondern lediglich als ungeschult, bis dahin sind gelegentliche Unfälle nichts ungewöhnliches. Bei nächtlichem Einnässen nach dem Einschulungsalter spricht man von Enuresis
[Bearbeiten] Physiologie
Die Fähigkeit, Urin zu halten ist von der normalen Anatomie und vom ordentlich arbeitenden urinausscheidenden Organ- und Nervenystem abhängig. Ebenso müssen die körperliche und psychologische Fähigkeit vorhanden sein, den Harndrang zu erkennen und adäquat zu reagieren. Der Prozeß des Wasserlassens bezieht zwei Phasen mit ein:
- Die Füll- und Speicherphase
- Die Miktion (=leerende Phase)
Während der Füll- und Speicherphase, fängt die Blase an sich mit Urin aus den Nieren zu füllen. Die Blase dehnt sich aus, um die zunehmenden Mengen des Urins unterzubringen. Die erste Empfindung des Harndrangs tritt auf, wenn ungefähr 200 ml Urin gespeichert wird. Ein gesundes Nervensystem reagiert auf diese ausdehnende Empfindung, indem es Harndrang signalisiert. Durchschnittlich können ungefähr 350 bis 550 ml Urin in der Blase gespeichert werden. Die Fähigkeit der Speicherung größerer Mengen Urin in der Harnblase erfordert einen Funktionssphincter (die kreisförmigen Muskeln um die Öffnung der Blase) und einen beständigen, expandierbaren Blasenwandmuskel (detrusor).
Die leerende Phase setzt eine Kontraktion (Zusammenziehen) des Blasenwandmuskels voraus, um den Harn aus der Blase zu zwingen. Gleichzeitig muß der Körper in der Lage sein den Sphincter zu entspannen, um eine Ausscheidung des Urins aus dem Körper zu ermöglichen.
[Bearbeiten] Allgemeine Ursachen
Inkontinenz kann plötzlich und temporär, oder fortwährend und langfristig sein.
Ursachen der plötzlichen oder temporärern Inkontinenz schließen ein:
- Harnwegsinfekte
- Entzündung der Prostata
- starke Obstipation und daher resultierender Druck auf die Blase
- Nebenwirkungen von Medikamenten (wie beispielsweise Diuretica, Tranquilizer, manche Husten- und Erkältungspräparate, bestimmte Antihistaminika und Antidepressiva)
- Erhöhte Urinmengen (wie z.B. bei schlecht eingestelltem Diabetes)
- Schwangerschaft
- enorme Gewichtszunahme
- Bettlägrigkeit
- geistige Verwirrung
Ursachen für längerfristige Inkontinenz:
- Rückenmarksverletzungen
- Anatomische Anomalien des Urogenitaltrakts
- Neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder Schlaganfall
- Schwäche des Sphincter (die kreisförmigen Muskeln der Blase verantwortlich für Öffnung und Schließen) - diese kann nach chirurgischen Eingriffe an der Prostata bei Männern und vaginalen Eingriffen bei Frauen auftreten
- Vorfall der Beckenorgane bei Frauen - resultieren aus häufigen Schwangerschaften und Geburten
- Prostatavergrößerung beim Mann
- Depressionen oder Mb. Alzheimer
- Nerven- oder Muskelverletzungen vorallem nach Operationen
- Blasenkrebs
- Spasmen
- ...
[Bearbeiten] Behandlung
Bei Verdacht auf Inkontinenz sollte auf jeden Fall ein Arzt aufgesucht werden der eine ausführliche Diagnostik betreiben und einen Behandlungsplan aufstellen sollte. Die Behandlungsmöglichkeiten schwanken, abhängig von der Ursache und der Inkontinenz.
Beispiele für Behandlungsmethoden sind Training der Beckenbodenmuskulatur, spezielle Miktionsschemata, Medikamente, Elektrostimulation, Verhaltenstherapien etc.
Zur Symptomkontolle sind zahlreiche ableitende und saugenden Hilfsmittel auf dem Markt, die sehr diskret verwendet werden können, was der nicht unerheblichen psychischen Belastung, die mit einer derartigen Erkrankung einhergeht entgegenkommen.
Ansprechpartner bei Problemen, die auf Inkontinenz hinweisen können ist der Urologe oder auch der Gynäkologe.
[Bearbeiten] Warnsignale
- Schwierigkeiten, den Urinfluß zu beginnen
- Tröpfeln
- nächtlicher Harndrang
- Schmerzen beim Urinieren
- erhöhte Frequenz oder Dringlichkeit
- trüber oder blutiger Urin - brennend
- Einnahme von Medikamenten, die Inkontinenz verursachen können
- Häufiger Harndrang bei geringen Ausscheidungsmengen
- Ihre Blase glaubt voll, selbst nachdem Sie urinated gerade haben.
[Bearbeiten] Diagnostik
Zuerst erhebt der Arzt anhand einiger Fragen eine Anamnese. Ihn wird beispielsweise interessieren:
- ...seit wann das Problem besteht
- ...wie oft am Tag es zu Unfällen kommt
- ...ob ein Harndrang bemerkt wird vor man einnässt
- ...werden soziale Kontakte gemieden aus Angst Zwischenfällen
- ...etc.
Dann wird vorallem der Urin untersucht, aber auch die Blase mittels Cystoskop, außerdem finden verschiedene Untersuchungen statt, die sich mit dem Harnfluss, Druck, Restharnmenge usw. beschäftigen.
Diese Maßnahmen sind für den Betreffenden meist sehr unangenehm, werden aber aufgrund der möglichen Besserung des Problems gerne in Kauf genommen.
[Bearbeiten] Referenzen
- American College of Obstetricians and Gynecologists. Urinary incontinence in women. Obstet Gynecol. 2005; 105(6): 1533-1545.
- Madersbacher H, Madersbacher S. Men's bladder health: urinary incontinence in the elderly (Part I). J Mens Health Gend. 2005; 2(1): 31-37.
- Kielb SJ. Stress incontinence: alternatives to surgery. Int J Fertil Womens Med. 2005; 50(1): 24-29.