Strampler selbernähen

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selbstgenähter Strampler von Snuggels
selbstgenähter Strampler von Snuggels
selbstgenähter Strampler von Snuggels
selbstgenähter Strampler von Snuggels
selbstgenähter Strampler von Snuggels
selbstgenähter Strampler von Snuggels

Das Folgende kann eigentlich jeder selbst nachmachen. Du solltest etwas Übung im Umgang mit der Nähmaschine haben. D.h. wissen wie man sie bedient, den Faden einlegt, die unterschiedlichen Sticharten und in der Lage sein eine halbwegs gerade Naht zu nähen. Ansonnsten brauchst Du nur etwas Geduld. Vielleicht wird der erste Strampler eines unerfahrenen Schneiders nicht ganz perfekt. Aber was macht das schon? Dafür ist er selbst gemacht und hat genau die Farbe oder den Stoff den Du dir schon immer mal gewünscht hast. Und der nächste wir dann dafür um so schöner.

Das Nähen von Füssen für den Strampler ist nicht so ganz einfach, vor allem weil es dafür kein Schnittmuster gibt. Ich bin daran schon mehrfach fast verzweifelt. Daher hat der im folgenden beschribene Strampler auch keine Füsse! Wer welche haben will muss selber rumprobieren und diese dann eben statt des beschriebenen Bündchens an die Beine nähen.

Warnen möchte ich noch die jenigen, die glauben durch das selber nähen was sparen zu können. Es gibt inzwischen Strampler im Internet für 50-60 Euro zu kaufen. Für diesen Preis lässt sich ein Strampler gerade mal so selbst nähen, je nach Stoff kann's auch leicht teurer werden. Es geht also um den Spass an der Sache und darum endlich einen Strampler aus dem Traummaterial/Farbe zu bekommen.

Bitte lies dir die Anleitung komplett durch bevor du anfängst. Es ist nicht immer alles genau in der Reihenfolge beschrieben wie es durchgeführt werden muss.

Los geht's!


Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Was du brauchst:

Die folgenden Angaben basieren auf einem Strampler den ich mir bei meinen 172cm Höhe und 75kg Lebendgewicht genäht habe. Bei anderen Größen müssen die Angaben entsprechend variiert werden. Wie das geht gibt's später.

[Bearbeiten] Stoff

ca. 4 Meter Stoff deiner Wahl (bei 150cm Breite), später dazu mehr. Eine Nähmaschine die geradeaus und Zickzack nähen kann mind. 200m Garn in der Stofffarbe Stecknadeln (jede Menge) Heftgarn (das ist ein weißes ganz leicht zu zerreißendes Garn, das man verwenden kann um Stoffteile provisorisch per Hand zusammen zu nähen, wird später wieder herausgezogen) Nähnadel Reißverschluss 60cm (darauf achten, das der RV sich nicht teilen lässt!) Schneider Schere (eine große vor allem scharfe Schere tuts auch) kleine Schere Filzstift

Optional: Schnittmuster z.b. Burda 2462 Overall Gibt's fertig zu kaufen: 2x Strickbündchen (für Hand und Fuß, sind die gleichen) 1x Strickbündchen für den Halsausschnitt Oder Gummiband (ABS Aufbügler für die Füße, wenn gewünscht, hier aber nicht beschrieben)

Stoffe am besten immer vor dem Zuschneiden waschen. Einige Materialien gehen beim Waschen ein. Wäre ärgerlich wenn der Strampler der nach dem Nähen super passte und nach dem Waschen zu klein ist. Da nach natürlich gründlich bügeln.

[Bearbeiten] Schnittmuster

Mit einem Schnittmuster zu arbeiten ist immer die beste Lösung. Kostet zwar nochmal 10 Euro aber das Abkopieren wie später vorgestellt ist eigentlich immer ungenauer. Außerdem kann das Schnittmuster ja auch wiederverwendet werden. Es gab mal ein Schnittmuster für Strampler für Erwachsene zu kaufen, aber leider nur auf Englisch (Kwik-Sew Pattern 2175), das aber aufgrund des Erscheinungsjahres 1997 wohl nur noch antiquarisch erhältlich sein dürfte. Aber was ist ein Strampler schon anderes als ein Overall? In der Kategorie Faschingsmode gibt es verschiedene Schnittmuster. Auf der Rückseite des Schnittmusters ist angegeben wie viel Stoff der entsprechenden Breite bei der jeweiligen Größe benötigt wird. Wenn Du den vorgeschlagenen Schnitt (Vampir Kostüm) verwendest brauchst du natürlich kein Material für den Umhang etc zu kaufen. Im Schnittmuster gibt es eine Masstabelle. Nimm deine Körpermasse und verwende dann die Größe die zwischen Dir und der Tabelle die Größte nähe hat. Ggf. kannst Du den Schnitt auch noch anpassen, bei einem Strampler kommt's aber auf die super genaue Passform nicht so an. Der vorgeschlagene Schnitt ist vielleicht etwas eng. Also vielleicht lieber eine Nummer größer wählen oder an den Seiten ein paar Zentimeter zugeben. Guck nur das es nicht zu klein wird, lieber etwas größer nehmen. Es soll ja schließlich auch noch eine Windel rein passen. Wenn du den Schnitt variieren willst ziehe eine neue Linie mit dem Filzstift. Schneide nun die Schnittteile entlang der Linie für die ausgewählte Größe aus. Eine Nahtzugabe ist normalerweise in den Schnittmustern bereits berücksichtigt (lieber noch mal nachlesen!)

[Bearbeiten] Alternative Abkopieren

Wenn du kein Geld für ein Schnittmuster ausgeben willst kannst du auch einen deiner Schlafanzüge oder einen anderen Strampler als Vorlage verwenden. Dazu brauchst du einen Strampler oder Schlafanzug, der dir gut passt und (Wichtig) der sich wirklich glatt ausbreiten lässt. Oft ist der Stoff nach einigen Wäschen stark verzogen und lässt sich nicht mehr entlang der Nähte glatt auslegen. So ein Modell ist ungeeignet.

Jetzt kleben wir uns aus Zeitungspapier zwei ausreichend großen Papierbogen zusammen. Wir müssen zwei Schnittbögen erstellen, eine halbe Körperbreite für vorne und für hinten. Das Kleidungstück wird auf links gewendet (Außenseite ist jetzt innen) der länge nach gefaltet (Falte durch den Bauch/Rücken) auf die Zeitung gelegt, bei einem Schlafanzug beide Teile gleichzeitig, auf entsprechenden Abstand der beiden Teile achten ganz glatt ausgebreitet, der Arm steht im 90° Winkel (so wie der Stoff glatt liegt) ab. Jetzt merken wir das das Zeitungspapier doch noch zu klein ist und kleben noch ein Stück an Jetzt können wir die Konturen des Kleidungsstücks mit einem Filzstift nachzeichnen. Das machen wir 2 mal auf je einem Zeitungsblatt. Einmal benützen wir dabei die Konturen des Vorderteils und einmal die des Rückens (unterscheiden sich hauptsächlich am Halsausschnitt). Auch solltest Du dir überlegen was für ein Bündchen du haben willst (siehe unten) Bevor wir ans Ausschneiden gehen müssen rings rum noch 1.5cm Nahtzugabe dazu angezeichnet werden. Danach ausschneiden.

[Bearbeiten] Zuschneiden des Stoffes

Mit welcher Variante wir auch immer gearbeitet haben jetzt sollten wir 2 Schnittteile haben, die zusammen etwa ein „T“ ergeben. Bei einem Schnittmuster ist auch ein Zuschneideplan dabei auf dem zu ersehen ist wie die Teile auf den Stoff gelegt und ausgeschnitten werden (je nach Stoffbreite). Ich gehe hier davon aus, das ein Stoff von ausreichender Breite (ca. 150cm) ausgewählt wurde, so das die Teile an einem Stück auf den Stoff passen. Ist das nicht der Fall müssen die Teile zusammengesetzt werden. Auch kein Problem, gibt halt nochmal eine Naht was nicht so schön ist. Nur dann darauf achten, das an den Stellen wo die Stücke zusammengesetzt werden eine Nahtzugabe berücksichtigt wird. Die Stoffteile werden immer in Laufrichtung des Stoffes ausgelegt. D.h. nicht irgendwie schief auf den Stoff legen weil dann mehr drauf passt! Der Stoff dehnt sich entlang der Laufrichtung. Wenn die Teile schief aufgelegt werden werden sie sich später auch schief verzeihen (z.b. beim Waschen) Der Stoff wird einmal der Breite nach (quer zur Laufrichtung) gefaltet, die rechte (vorder) Seite nach innen. Dann werden die Teile auf dem Stoff verteilt (oder eben nach Vorlage beim Schnittmuster) und auf dem Stoff mit Stecknadeln fest gesteckt. Genaues Ausschneiden ist wirklich wichtig. Wer krumm und wacklig schneidet bekommt nachher auch einen krummen Strampler bei dem die Teile beim Zusammennähen partout nicht zusammen passen wollen. Also gut und mit massig Nadeln feststecken ohne dabei das Schnittmuster oder den Stoff zu verschieben. Die Ärmel und Beine können ruhig etwas länger gelassen werden wenn es von Stoff her reicht. Lieber etwas länger und nachher abschneiden als zu kurz.

[Bearbeiten] Jetzt zum Ausschneiden

Wir schneiden die beiden Stofflagen gemeinsam entlang des Schnittmusters aus. Wenn du alles richtig gemacht hast solltest du nun 2 halbe spiegelgleiche Vorderteile und 2 Rückenteile haben. Am besten markieren damit du nachher noch weißt was vorne und hinten ist.

[Bearbeiten] Jetzt geht es los mit der Nähmaschine

Zunächst müssen die Schnittkanten versäubert werden. Dazu stellen wir die Nähmaschine auf Zickzack kurs und nähen einmal um alle Stoffstücke drum herum. Das verhindert das Fusseln und Ausfransen des Stoffes.

Jetzt können schon die ersten Teile miteinander vernäht werden. Beim vernähen immer darauf achten das IMMER rechte seiten auf rechte seiten genäht werden. Wer das anders macht bekommt außen liegende Nähte und darf alles nochmal auftrennen. Bei meinem Frottee Strampler ist das kein Vergnügen!

[Bearbeiten] Wir beginnen mit der Rückennaht

Die beiden Rückenteile werden (rechts auf rechts) pass genau auf einander gelegt. Wenn du sauber zugeschnitten hast passen die Teile genau aufeinander. Wenn nicht musst du es halt passend machen. Die beiden Teile werden mit Stecknadeln die quer zur Naht (dann kann man nachher einfach darübernähen) eingesteckt werden mit einander verbunden. Nicht an Nadeln sparen!

Streng nach Lehrbuch nimmt man sich jetzt das Heftgarn und eine Nadel in die Hand, setzt sich in den Schneidersitz auf den Tisch (Fußboden geht auch) und fängt an die Naht per Hand mit dem Heftgarn in großen Stichen vor zu nähen. Das Heftgarn dient nur dazu die beiden Teile vor dem Nähen besser mit einander zu verbinden und ein Verrutschen des Stoffes beim Nähen zu verhindern. Je nach verwendetem Stoff und natürlich auf Übung an der Nähmaschine ist das auch sinnvoll so.

Gerade bei sehr glatten Stoffen die leicht verrutschen oder bei Samt und nicht ganz so sehr bei Frottee ist das wirklich sinnvoll (ok, ich mach’s eigentlich fast nie) Gerade Samt fängt unter der Nähmaschine gnadenlos an zu wandern. Wenn alle Teile mit dem Heftfaden zusammen genäht wurden kann der Strampler auch schon mal vorsichtig anprobiert werden und ggf. noch etwas angepasst werden. Das geht beim Zusammenstecken mit Nadeln kaum. Vor dem Anprobieren aber auf jeden Fall den Strampler auf Rechts drehen! Wie auch immer. Nach dem Stecken oder Heften werden die Teile mit einem geraden Stich (Stichweite 2-3) zusammengenäht, schön gerade und mit 1.5cm Abstand zum Rand.

Wer sich mit der Größe nicht so ganz sicher ist alles richtig gemacht zu haben sollte jetzt auf jeden Fall zum Heftfaden greifen und die restlichen Nähte heften, den Stoff auf rechts drehen und anprobieren. Wer sich sicherer ist darf auch gleich (zusammenstecken) und die Seitennähte sowie durch den Schritt nähen. Die Stoffteile immer rechts auf rechts passgenau zusammenlegen, Abstecken, (Heften) und gerade mit 1.5cm Rand nähen. Die Naht vorne am Bauch bleibt noch offen, da hier ja der Reißverschluss eingenäht wird.

Ist das so weit fertig auf jeden Fall mal anprobieren. Jetzt sollte das schon richtig nach Strampler aussehen.

Stolz gucken und freuen.

Wenn jetzt irgendwas nicht ganz sitzt entsprechend mit Nadeln abstecken und korrigieren. Zur not halt nochmal was auftrennen. Das erspart man sich natürlich wenn man zu erst nur heftet *grins*

Bei dieser Gelegenheit auch gleich die Ärmel und Beine auf die richtige Länge abstecken. Beim Abstecken der Ärmel und Beine die Breite des Bündchens und die Nahtzugabe berücksichtigen. Alles lieber etwas länger machen. 2 cm zu lang stört beim Strampler nicht. 2cm zu kurz aber schon!

[Bearbeiten] Für die Bündchen gibt es nun zwei Möglichkeiten:

[Bearbeiten] Strickbündchen

Werden fertig gekauft, gibt es für Hand und Fuß (sind die gleichen) sowie als langer Ring, eigentlich für um den Bauch, den wir als Abschluss für den Hals verwenden. Die Strickbündchen sind nicht ganz billig aber sind halt eine sehr saubere Sache, farblich schön abgesetzt sieht das sehr schön aus.

Die Strickbündchen sind recht breit müssen aber nicht in der vollen Breite verwendet werden. Auch die Kanten des Strickbündchens müssen vernäht werden.

[Bearbeiten] Einfache Bündchen

Wer sich das Geld für Strickbündchen sparen will oder es anders einfach schöner findet kann auch einfach nur einen breiten Saum anstatt Bündchen machen. Hierzu wird ein Stoffstreifen aus einem Rest von 8cm Breite quer zur Laufrichtung des Stoffes von ausreichender Länge ausgeschnitten. Die Länge können wir direkt am Hand- und Fußgelenk abnehmen, eben so das beides bequem durch passt und der Stoff am Gelenk auch nicht zu locker sitzt. Nahtzugabe nicht vergessen. Wem das so zu schlabbrig wird der kann in des Bündchen nachher noch ein Gummiband einziehen. Der auf die entsprechende Länge gebrachte Stoffstreifen wird zunächst rechts auf rechts zu einem Ring zusammengenäht, auf rechts gedreht und auch die offene Seite genäht. Genau so verfährt man für Arme und Beine. Auch hier das Versäubern der Schnittkanten (Zickzackstich) nicht vergessen

Wer sich dafür entscheidet Füße an den Strampler zu nähen braucht natürlich keine Bündchen an den Beinen.

Jetzt werden die Bündchen angenäht. Das ist meist etwas knifflig, da die Ärmelenden wesentlich größer sind als das Bündchen. Bei Strickbündchen ist das einfacher, da diese auf die nötige Länge gedehnt werden können. Bei einem einfachen Bündchen muss der überschüssige Stoff in gleichmäßige Falten um das Bündchen herum gelegt werden.

Wie immer rechts auf rechts legen sauber abstecken, ggf. heften und nähen.

Nun kommt noch der Abschluß für den Kragen. Das Prinzip ist das gleiche wie an den Ärmeln, nur das wir hier noch den Reissverschluss berücksichtigen müssen, der später entlang des Bauches eingenäht wird.

Der RV wird später bis in den Kragen hinauf gehen. D.h. die Kanten links und rechts am Kragen bleiben erst mal offen und müssen auf jeder Seite 1.5 cm überstehen. Später werden diese Kanten nach innen gestülpt und zusammen mit dem RV zu genäht.

Die Länge des Kragenmaterials können wir einfach entlang der Halsöffnung abmessen. Dann entsprechend wie bei den Bündchen beschrieben annähen. Nicht bis ganz an die RV Kante herran nähen, auch hier muss noch der RV mit eingenäht werden!

Das Strickbündchen ist hier in jedem Fall zu hoch. Also nicht kante auf Kante annähen sondern nur auf die gewünschte Höhe. Überschüssiges abschneiden.

Auch die Kanten des Strickbündchens müssen vernäht werden.

So weite so gut. Jetzt könnten wir den Strampler eigentlich nochmal anprobieren. Ist zwar nicht wichtig an dieser Stelle macht aber Spass. Stolz gucken und freuen.

[Bearbeiten] Jetzt zum Reißverschluss (RV)

Der RV wird zunächst auf einer Seite vom noch offenen Kragen (jetzt die Enden nach innen stülpen und den RZ dazwischen legen) bis zum Ende angelegt festgesteckt und jetzt bitte auf jeden Fall geheftet. Auch hier rechts-auf-rechts beachten. Gleiches auf der anderen Seite. Darauf achten das jetzt beide Teile schön parallel liegen und auch der noch offene Teil unterhalb des RV gut zusammen passt. Wenn alles passt wird der RV eingenäht. Das geht am besten wenn man ihn auf macht. Am unteren Ende wird eine Naht quer zum RV gelegt (so 2 cm) Jetzt bleibt nur noch das noch offene Loch unterhalb des RV zusammen zu nähen und wenn ich jetzt nix vergessen habe sollten wir einen wunderschönen Strampler fertig haben!!!

Jetzt auf jeden Fall: Anprobieren, stolz gucken, freuen und nicht vergessen: Mir ein Bild davon schicken!

Wenn du alles richtig gemacht hast solltest du jetzt einen Strampler an haben. Falls es ein Abendkleid ist nochmal von vorne nachlesen, dann ist irgendwas schief gegangen.

Gutes gelingen!

[Bearbeiten] Rechtliche Hinweise vom Ersteller (Snuggels)

Wenn du mich dank dieser Anleitung verfluchen, steinigen oder in die Wüste schicken möchtest, so darfst du das gerne. Mach einfach ein Kreuz aus Klebeband auf Deinen Monitor. Ich komm dann vorbei und lass mich von dir Beschimpfen.

Wenn du einfach nur Fragen hast, Hilfe brauchst oder Vorschläge hast wie man diese Anleitung verbessern kannst dann freue ich mich über PM’s in der WBC an Snuggels.

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