Superabsorber
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[Bearbeiten] Begriffsbestimmung
Ein sogenannter Superabsorber ist ein chemischer Stoff, der, sobald er mit wässrigen Flüssigkeiten in Kontakt kommt, diese bindet und dadurch stark aufquillt. Ein Gramm Superabsorber kann wesentlich mehr Flüssigkeit aufnehmen als ein Gramm normaler Zellstoff.
Superabsorber sind im Wesentlichen einfach eine spezielle Art von Plastik (SAP Super Absorbing Polymer) und werden wie andere Plastiksorten hauptsächlich aus Erdöl hergestellt. Die genaue Rezeptur des Superabsorbers wird von den meisten Firmen geheim gehalten. In Windeln, egal ob für Babys oder den Inkontinenzschutz, sorgen sie dafür, dass mehr Urin aufgenommen werden kann und die Rücknässung verringert wird. Auch das Problem von Wundheit aufgrund des Urins kann etwas eingedämmt werden, wenn auch nicht dadurch allein vollkommen vermieden.
[Bearbeiten] Hersteller
Superabsorber werden nicht von den Windelherstellern selbst produziert, sondern von der chemischen Industrie zugeliefert. Daher kommen in vielen Windeln die gleichen Substanzen zum Einsatz.
[Bearbeiten] Prinzip der Absorption
Normalerweise sind Kunststoffe nicht dafür bekannt, Wasser und andere Flüssigkeiten besonders gut aufzunehmen. Das liegt daran, dass gebräuchlichen Kunststoffe unpolar sind. Eine wichtige Eigenschaft unpolarer Stoffe besteht darin, dass sie sich mit polaren Stoffen nur schlecht oder gar nicht mischen lassen (Wasser perlt an Kunstoffoberflächen ab etc.). Wasser (aus dem Urin im Wesentlichen besteht) dagegen ist ein sehr polarer Stoff, daher mischt er sich gut mit anderen polaren Stoffen wie z.B. Alkohol, Essigsäure, Salzen etc. Diese Eigenschaft von Wasser machen sich die Superabsorber (bzw. die Chemiker, die diese entwickelt haben) zunutze. Die Kunststoffmoleküle im SAP besitzen sogenannte polare funktionelle Gruppen. Diese sind in der Lage, mehrere Moleküle Wasser pro Gruppe an sich zu binden. Da die Anzahl dieser funktionellen Gruppen in einer relativ kleinen Portion SAP sehr hoch sein kann, ist der Kunststoff in der Lage, große Mengen an Wasser an sich zu binden.
Kommt Wasser an diese Moleküle, so lösen sie das Natriumion vom anionischen Rest des Polymers. Der anionische Rest wiederum kann Wassermoleküle an sich binden. Am besten funktioniert die Absorption mit destilliertem Wasser. In Urin sind jedoch auch Salze gelöst, deren Ionen mit den Wassermolekülen um einen Platz an einer negativen Ladung konkurrieren. Daher kann die Saugfähigkeit einer Windel je nach Salzgehalt des Urins variieren.